Ihre Fragen – unsere Antworten


1. Was ist Kieferorthopädie?
Die Verhütung, Erkennung und Behandlung von Zahnfehlstellungen sowie Kieferfehllagen.

 

2. Was sind Kieferorthopäden?
Fach-Zahnärzte, die sich nach dem Studium der Zahnmedizin in einer vierjährigen Weiterbildungszeit auf dem Gebiet der Kieferorthopädie spezialisiert haben.

 

3. Welche Fehlstellungen gibt es und was kann man dagegen tun?
Falsche Kieferlage
Hier liegt der Unterkiefer zu weit vor, hinter oder seitlich versetzt zum Oberkiefer. Dies beeinträchtigt oftmals die Kaufunktion und die Ästhetik. Daraus können Sprachfehler, Beschwerden am Kiefergelenk oder vorzeitiger Zahnverlust resultieren. Zur Korrektur muss der Unter- oder Oberkiefer in seinem Wachstum entweder gebremst oder gefördert werden.

Offener Biss
Durch einen Abstand können sich die oberen und unteren Schneidezähne nicht berühren. Ein Abbeißen ist unmöglich. Dies beeinträchtigt unter Umständen die Entwicklung einer regelgerechten Sprache und Atmung. Das Ziel ist die Annäherung der Schneidezähne.

Tiefbiss
Die oberen Schneidezähne überdecken die unteren so stark, dass diese kaum sichtbar sind. Wie die Ästhetik ist auch die Funktion gestört, so dass es beim Einbiss in die Schleimhaut zu Zahnfleischerkrankungen kommen kann. In diesem Fall sollten die Schneidezähne voneinander entfernt werden.

Zahnengstände
Oft reicht der Platz, alle Zähne ordentlich in Reih und Glied zu stellen, nicht aus. Die Folge ist gedrehte oder gekippte Zähne, erschwerte Zahnreinigung, Karies und Zahnfleischerkrankungen. Sobald einem Zahn kein Platz zum Durchbrechen zur Verfügung steht, muss er sich einen andern Weg suchen. Im günstigsten Fall tritt er an einer völlig anderen Stelle durch. Im ungünstigeren Fall bleibt er im Knochen liegen, wodurch es unter anderem zu Bildung einer Zyste oder eines Abszesses kommen kann. Möglichkeiten zur Platzbeschaffung bieten je nach Schweregrad eine Kieferdehnung oder das Ziehen von Zähnen.

 

4. In welchem Alter sollte mein Kind beim Kieferorthopäden vorgestellt werden?
Grundsätzlich in jedem Alter ist ein Besuch beim Kieferorthopäden ratsam, sobald Eltern, Zahnarzt oder Kinderarzt Auffälligkeiten der Zahn- oder Kieferstellung bemerken. In der Regel findet die kieferorthopädische Behandlung zwischen 9 und 13 Jahren statt. Aus diesem Grund wird eine Vorstellung beim Kieferorthopäden spätestens mit zehn Jahren empfohlen, wenn Unregelmäßigkeiten im Zahnwechsel bzw. in der Zahnstellung festgestellt werden.

 

5. Wer bezahlt die Behandlung?
Bis zum 18. Lebensjahr wird die kieferorthopädische Behandlung von der Krankenkasse bezahlt, wenn eine Behandlung nötig ist. Das ist seit Januar 2002 durch die KIG ( Kieferorthopädische Indikationsgruppen) geregelt. Zunächst werden 80% der Kosten durch die Kasse erstattet. Nach erfolgreich beendeter Behandlung zahlt sie den Rest (nach Vorlage der Rechnungen).
Bei Patienten, die älter als 18 Jahre sind, übernimmt die Krankenkasse nur in Ausnahmefällen die Behandlungskosten.

 

6. Welche Ursachen hat eine Fehlstellung?
Bei der Ursachensuche der Fehlstellung eines Gebisses muss man zwischen vererbten und erworbenen Störungen unterscheiden. Vererbte Fehlstellungen werden von den Eltern auf die Kinder übertragen. In diesem Fall ist die Behandlung meist schwerer, da dem natürlichen Wachstum therapeutisch entgegengewirkt werden muss. Erwerben kann der Patient eine Anomalie durch Fehlfunktionen, wie beispielsweise das Daumenlutschen. Hier ist das oberste Ziel die Ursache mit kleinen Hilfsmitteln zu beseitigen. Des weiteren kann der vorzeitige Verlust von Milchzähnen die Ursache für eine erworbene Störung der Gebissentwicklung darstellen. Hier gilt es eine natürliche Entwicklung, trotz dieser Situation, sicherzustellen.

 

7. Wie läuft eine kieferorthopädische Behandlung ab und wie lange dauert sie?
Zunächst werden beim ersten Termin je nach Behandlungsbedarf Fotos, Röntgenbilder und Abdrücke gemacht. Mit diesen Unterlagen wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt, welcher bei der Krankenkasse zur Genehmigung eingereicht wird. Erst danach kann die Behandlung beginnen. In der Regel dauert eine kieferorthopädische Behandlung mehrere Jahre, wobei verschiedene Spangen nacheinander zum Einsatz kommen können. Dabei müssen unter Umständen während der laufenden Therapie aktuelle diagnostische Unterlagen erstellt werden, um den Behandlungsablauf den individuellen Veränderungen des Patienten anzupassen. Es sind aber auch kürzere Behandlungen möglich, sofern bereits sehr früh ein Trend zur Fehlentwicklung erkennbar ist. Bei einer sofortigen Behandlung kann dadurch das natürliche Wachstum ohne Beeinträchtigung weitergehen.

 

8. Bis zu welchem Alter kann man kieferorthopädisch behandelt werden?
Die Zahnstellung kann während des gesamten Lebens verändert werden. Daher ist eine Behandlung auch bei Erwachsenen ohne weiteres möglich z.B. bei gedreht oder lückig stehenden Frontzähnen. Lediglich die Steuerung des Kieferwachstums bleibt Patienten vorbehalten, die sich noch in der Wachstumsphase befinden.

 

9. Wie korrigiert der Kieferorthopäde eine Fehlstellung?
Man unterscheidet zwischen herausnehmbaren, festen und kombiniert fest-herausnehmbaren Spangen, welche der Kieferorthopäde zur Korrektur von Fehlstellungen verwendet.

Herausnehmbare Spangen
Diese wirken entweder einzeln im Ober- oder Unterkiefer oder zusammengesetzt in beiden gleichzeitig. Das zugrundeliegende Prinzip ist, dass man sich zur Korrektur der falschstehenden Zähne an den anderen abstützt und sollten außer beim Essen, beim Zähneputzen und beim Sport immer getragen werden.

Festsitzende Spangen
Sie können vom Patienten nicht selbst aus dem Mund entfernt werden und somit 24 Stunden am Tag aktiv. Dazu wird an jedem Zahn wird ein Halteelement (Bracket) befestigt, welche durch einen Drahtbogen miteinander verbunden werden. So können die Zähne gerade aufgereiht werden.

Kombiniert festsitzend-herausnehmbare Spangen
Diese bestehen aus einem Teil, das im Oberkiefer fixiert ist und einem, am Oberkieferelement befestigten abnehmbaren Teil. Diese Spangen stoßen oftmals auf Ablehnung, da sie für jedermann von außen erkennbar sind. Jedoch sind sie manchmal unentbehrlich. Die Mindesttragedauer beträgt 14 Stunden pro Tag.

 

10. Was für Röntgenaufnahmen gibt es in der Kieferorthopädie und warum müssen sie gemacht werden?
Die drei häufigsten Röntgenaufnahmen in der Kieferorthopädie sind ...

...das Orthopantomogramm (OPG)

...die Handröntgenaufnahme

...das Fernröntgenseitenbild (FRS)

 

11. Muss ich während der kieferorthopädischen Behandlung weiterhin zum Zahnarzt?
Bei den Terminen in unserer Praxis widmen wir uns intensiv der Mundhygiene. Dennoch sollten die halbjährlichen Kontrollen bei Ihrer Zahnärztin/Ihrem Zahnarzt weiter wahrgenommen werden.

 

12. Was kann der Patient für eine möglichst effektive Behandlung tun?
Damit die Behandlung zielstrebig zum Erfolg führen kann, ist es notwendig, dass ...

... der Patient die Termine generell einhält.

... der Patient sorgfältig auf die Mundhygiene achtet.

... der Patient selbstverantwortlich mitarbeitet und den Anweisungen Folge leistet.

... sobald die Apparatur kaputt oder verloren gegangen ist, die Praxis sofort aufgesucht wird.

 

13. In welchen Abstand liegen die Termine?
Während der Korrektur des falschen Bisses mittels herausnehmbarer Apparatur ca. alle 6-8 Wochen. In der Phase mit festen Spange ca. alle 4 Wochen.

 

14. Hat man Schmerzen bei der Behandlung?
Meist führen herausnehmbare und festsitzende Zahnspangen zu einem „Druck“, nachdem der Kieferorthopäde sie angepasst bzw. eingesetzt hat. Einige Patienten empfinden ihn als schmerzhaft, andere Patienten bemerken ihn gar nicht. In der Regel verschwindet er nach etwa 3 Tagen wieder. Der Druck und die Lockerung der bewegten Zähne sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

 

15. Bei mir sollen bleibende Zähne gezogen werden. Ist das richtig?
Manchmal bietet der Kiefer nicht allen Zähnen Platz. Daher kann es notwendig sein, bleibende Zähne zu ziehen, um die Einordnung der anderen Zähne zu ermöglichen.

 

16. Was ist besser: Herausnehmbare oder festsitzende Spange?
Das ist nicht pauschal zu beantworten. Einfachere Zahnfehlstellungen kann man mit herausnehmbaren Spangen korrigieren. Bei komplizierteren Abweichungen führt oft nur die festsitzende Klammer zum Erfolg. Häufig werden auch beide Spangenarten im Verlauf der Behandlung verwendet.

 

17. Werden die Zähne durch eine festsitzende Spange beschädigt?
Moderne Brackets werden auf die Zähne aufgeklebt, wobei der sehr glatte Zahnschmelz vorbehandelt werde muss. Da dies nur sehr oberflächlich geschieht, nehmen die Zähne keinen Schaden. Bei schlechter Mundhygiene wimmelt es dort nur so von Bakterien, die Zucker in Säure umwandeln. Die Säure greift die Zahnoberfläche an und verursacht weiße Flecken (erstes Anzeichen von Karies). Ist der Zahn immer sauber, kann dies nicht passieren.

 

18. Warum müssen Zähne stabilisiert werden?
Da Zähne dazu tendieren, sich nach der Behandlung mit der Zahnspange wieder zu verschieben, wird nach der aktiven Behandlung ein sogenanntes Retentionsgerät angefertigt, das dieses verhindern soll. Ein solches Gerät kann z. B. eine herausnehmbare Zahnspange sein, die nachts getragen werden soll. Da sich insbesondere die unteren Frontzähne schnell wieder verschieben können, wird oftmals hinter die Frontzähne im Unterkiefer/Oberkiefer auch ein Draht (Retainer) geklebt.

 

19. Warum brauche ich manchmal eine Außenspange (Headgear)?
Jede Kraft erzeugt eine Gegenkraft. Wenn ich etwas wegdrücken will, muss ich mich irgendwo abstützen, um den Druck ausüben zu können. Genau dazu ist die Außenspange (Headgear) notwendig. Er ist für bestimmte Behandlungsabschnitte von großer Wichtigkeit. Nur dadurch wird gewährleistet, dass die Zähne so bewegt werden, wie der Kieferorthopäde es geplant hat.

 

20. Wird für eine kieferorthopädische Behandlung immer eine feste Spange benötigt?
Nein, festsitzende Apparaturen werden nicht für jede kieferorthopädische Behandlung benötigt. Die meisten Zahnbewegungen können jedoch mit herausnehmbaren Apparaturen allein nicht durchgeführt werden, so dass für einen Teil der Behandlung eine festsitzende Apparatur meist unumgänglich ist.

 

21. Kann ich während der Behandlung alle Speisen zu mir nehmen?
Da nach dem Einsetzen einer festen Spange die Zähne für wenige Tage etwas aufbissempfindlicher sein können, empfehlen wir für diese Zeit weniger kauintensive Speisen. Bestimmte Dinge wie Kaugummi oder Kaubonbons sollten ohnehin gemieden werden.

 

22. Welche Zahnbürsten sind geeignet?
Hier empfehlen sich weiche bis mittelharte Zahnbürsten mit einem kurzen Bürstenkopf, bzw. elektrische Zahnbürste. Eine Munddusche ist empfehlenswert.

 

Zum guten Schluss
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich immer positiv auf die Gebissentwicklung aus. Während zu viel Süßes und mangelhafte Zahnpflege zur Zerstörung der Zähne durch Karies führen kann. Ein frühzeitiger Verlust der Milchzähne bedeutet fast immer kieferorthopädische Probleme. Frühzeitigen Angewohnheiten (Habits), welche die Entwicklung des Gebisses schädigenden könnten, sollte rechtzeitig entgegengewirkt werden. Nur durch intensives Training können diese Angewohnheiten abgewöhnt oder umgelernt werden. Dazu ist in der Regel die Zusammenarbeit mit einem Fachmann für Sprachheilkunde und Spracherziehung (Logopäden) erforderlich. Zögern Sie nicht, Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden zu Rate zu ziehen, sobald Sie bei Ihrem Kind eine der oben genannten Angewohnheiten bemerkt haben.


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